DAVdroid - CalDAV und CardDAV-Synchronisations-App für Android-Geräte

 

Die Open-Source-Lücke

Die Idee zu DAVdroid begann im Sommer 2013, als wir auf der Suche nach einer quelloffenen Lösung zur Synchronisation für unsere selbst gehosteten Adressbücher und Kalender auf Basis von CalDAV und CardDAV waren. Wir wollten den Cloud-Diensten von Google hier entkommen (und zB die Telefonnummern unserer Bekannten nicht an Google übermitteln). Die Apps, die wir dazu ausprobiert hatten, funktionierten nicht oder waren proprietäre Software-Lösungen, die keinen Einblick darin erlaubten, was genau synchronisiert wird und wie der Sync-Prozess abläuft.

Wie verdient man mit Open-Source?

Wir entwickelten also über 3 – 4 Monate hinweg einen ersten Prototypen und veröffentlichten die erste Version im Ende Oktober. Als kleine Firma waren wir allerdings darauf angewiesen, auch den monetären Aspekt der App zu berücksichtigen. Wir wollten einerseits, dass die App immer quelloffen und kostenlos verfügbar ist, aber auch die zukünftige Entwicklung sichern. Wir entschieden uns dann die App im F-Droid-Store gratis zu veröffentlichen – ein Store, in dem nur Open-Source-Apps angeboten werden. Für alle, die den kleinen Umweg über diesen Extra-Store bzw. den Direkt-Download gehen wollen, ist die App uneingeschränkt gratis. Alle jene, die besonders schnelle Updates wollen, können die App im Play-Store, Amazon-Store oder Samsung-Store kaufen. Diese Art des Vertriebs ermöglichte uns auch die App fortlaufend zu verbessern, da eine reine Spenden-Finanzierung bei einer recht kleinen Nutzergruppe unmöglich gewesen wäre.

Virale Faktoren und Marketing

Die kostenlose Distribution am F-Droid-Store bescherte uns auch sehr viele und äußerst wichtige positive Reviews und Anleitungen auf Blogs von Open-Source-Begeisterten, da es bis zum Zeitpunkt des ersten Releases ja noch keine ernstzunehmende Open-Source-Lösung in dem Bereich gab. Da wir für die App kein Werbebudget hatten, war das ein bedeutender Marketing-Faktor für uns. Außerdem sind Open-Source-User*innen eine prinzipiell technik-affine Nutzergruppe, die auch gute Bug-Reports liefern kann. Auch das war ein wichtiger Faktor für die schnelle Stabilität und Marktreife der App.

1. Platz beim Constantinus 2014

Ein wichtiger Meilenstein der App war die Belegung des 1. Platzes beim Constantinus Award 2014 im Bereich "Open-Source". Der Gewinn dieses Preises brachte die App zum ersten Mal auch vor ein breiteres Publikum und machte sie bekannter. Außerdem gab es Zeitungsinterviews in den Bezirksblättern für Baden und Mödling, was für Aufträge in einem ähnlichem technischen Bereich sorgte. Dies machte die App vor allem bei Firmen bekannter, die zunehmend mehr Wert auf selbstgehostete Services legen.

Statistiken

Im Jänner 2015 ist die 53. Version der App erschienen. Bis jetzt wurden über 15.000 Lizenzen in den kommerziellen Stores verkauft, die Anzahl der User ist aber aufgrund der kostenlosen Version bedeutend höher. Die App erfreut sich besonderer Beliebtheit, da sie mit unzähligen Diensten kompatibel ist. 2016 wird die App weitere bedeutende Features bekommen und voraussichtlich Version 1.0 erreichen.

Projekthomepage: https://davdroid.bitfire.at/
Quellcode: https://davdroid.bitfire.at/source/

Auftraggeber

Adresse:
Österreich

Auftragnehmer

bitfire web engineering – Stockmann, Hirner GesnbR
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Österreich
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