Mehr Vielfalt im Bildungsbereich

 

Microsoft ist der dominante Anbieter von Software auch im Bildungsumfeld. Schüler oder Studentinnen lernen meist nur Windows und Microsoft Office kennen. Dazu wurden nun Fakten gesammelt, in einem wissenschaftlichen Paper aufbereitet und beim uDay13 an der FH Vorarlberg am 12. Juni 2015 präsentiert.
Die weite Verbreitung beruht nicht auf Zufällen. Das Microsoft Education Team betreut erfolgreich Schulen und Universitäten. Das Bildungsministerium schloss 2004 das Microsoft Austrian College and High School Agreement ab. Es wurde zuletzt bis 2017 ohne Ausschreibung verlängert.
Die Aufgabe des EDV-Unterrichts an Schulen ist u.a. die Vermittlung von Kenntnissen für EDV-Anwendungen im Büro. Die ECDL-Lehrpläne (Syllabi) sind produktneutral formuliert, doch von den 225 von der Österreichischen Computergesellschaft approbierten Lernmaterialien basieren nur 13 auf Open Source Software, darunter keine für den Office Bereich. Somit erhalten praktisch alle Schüler_innen in Österreich eine staatlich geförderte Ausbildung für Microsoft Produkte.
Was brauchen Nutzer_innen und der Markt? Von Lehrern und Eltern ist mitunter das Argument zu hören, dass es in der Wirtschaft nur Microsoft Produkte gäbe und daher eine Ausbildung dafür bessere Jobchancen verspricht. Schüler_innen sollen Erfahrungen sammeln dürfen, aber wenn dann im Umgang und die Prinzipien des Textverarbeitung und nicht die Bedienung eines Programmes nur eines Herstellers. Denn die Vielfalt an Textverarbeitungsmöglichkeiten ist auch im Beruf Realität, etwa durch Cloud-basierte Lösungen oder Desktops im öffentlichen Sektor, die auf LibreOffice umsteigen.
Im Paper finden sich weiters datenschutzrechtliche Bedenken sowie Ungereimtheiten bei der Beschaffung durch den Bund. Auch steht der Verdacht der Anfütterung im Raum.
Die Open Source Experts Groups fordert mehr Transparenz und Vielfalt in einem Umfeld, wo Schüler keine eigenen Entscheidungen treffen können.

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